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Was ist die Akzeptanz- und Commitment-Therapie

Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (kurz ACT) ist ein moderner, wissenschaftlich fundierter Ansatz, in dem das ganze Leben mit all seinen Facetten willkommen ist. ACT findet seine Wurzeln in der Verhaltenstherapie ebenso wie in fernöstlichen Traditionen und symbolisiert die Synthese von westlicher und fernöstlicher Lebensweise. Was ist uns wirklich wichtig und was hindert uns daran, ein Leben nach unseren persönlichen Werten zu leben? Schaffen wir zusätzliches Leid, indem wir gegen unser Leid ankämpfen? In der Akzeptanz- und Commitment-Therapie geht es darum, mehr psychische Flexibilität herzustellen, achtsam unser Leben durch unsere Handlungen in eine Richtung zu lenken, die uns als wertvoll erscheint, ohne uns von Gedanken, Gefühlen oder Rollen beeinträchtigen zu lassen.

Das menschliche Dilemma aus der Sicht von ACT

Die Gedanken laufen immerzu. Wenn sie sich nicht mit unserer Vergangenheit beschäftigen, dann wollen sie für uns in die Zukunft schauen. Wir denken uns Geschichten aus, halten sie für die Wahrheit und glauben, alles kontrollieren zu können. Der Lärm in unseren Köpfen kann zum Zwang werden, drängt uns, auf unsere vermeindliche Wahrheit zu reagieren. Er kann uns auch vom Fluss des Lebens weg bringen in einen Strudel aus Sorge und Angst. Und dabei versuchen wir doch alles, um Angst nicht spüren zu müssen. Doch letztlich sitzen Angst, Gedanken und schmerzhafte Gefühle auf dem Thron unseres Lebens und diktieren die Richtung, die wir einschlagen. Wir fangen an, das Erleben zu meiden und schränken uns in unseren Möglichkeiten und unserer Flexibilität stark ein. Das Ergebnis: Noch mehr Leid durch die Vermeidung von Leid. Der ACT-Ansatz sieht das Ziel eines gesunden Lebens weniger darin, sich GUT zu fühlen, als darin, sich gut zu FÜHLEN, seine schmerzhaften Gefühle und Gedanken mitzunehmen, zu akzeptieren und trotzdem das zu tun, was uns wichtig ist.

Was kann die Akzeptanz- und Commitment-Therapie

Psychische Flexibilität kann man lernen. Als der Mensch begann, für viele Dinge des alltäglichen Lebens Wörter zu kreieren, begann er auch, sein Erleben zu beschneiden. Er wurde unflexibel. Wir finden für alles irgendwelche Wörter für Urteile und Kategorien und gehen davon aus, dass sie die Wahrheit beschreiben. Wir Menschen begannen, den Worten zu glauben, zumal sie ständig in unserem Kopf vor sich hin plappern, doch erzählen sie uns tatsächlich die Wahrheit? „Ich bin ein Nichtschwimmer, ich brauche gar nicht in Wasser.“ Stimmt das? „Ich bin vollkommen wertlos!“ Ist das wahr? Oder ist es nicht einfach ein Gefühl, oder ein Gedanke, der sich jeden Moment wieder verändern wird, wenn wir ihn uns erst einmal angesehen haben? Für mich hält die ACT einen Schlüssel in der Hand, mit dem wir zu einer natürlichen und zentrierten Sichtweise zurückkehren können, da sie die Tücken der menschlichen Sprach-Entwicklung aushebeln kann. Durch mitfühlende Akzeptanz und beherztes Handeln finden wir zu einem starken und erfüllenden Leben zurück.

„Hier und Jetzt - in diesem Augenblick - spüre ich den Boden unter meinen Füßen, mit all meinen Gefühlen, mit all meinen Gedanken, wer auch immer ich bin - weil ich mich dazu entschieden habe, dass es mir wichtig ist.“