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Die mythologische Reise des Helden

Mythen und Märchen erzählen sich die Menschen schon, seitdem sich die Sprachen entwickelt haben. Einer der ältesten schriftlich festgehaltenen Mythen ist der babylonische Gilgamesh-Epos, der schon mindestens 4000 Jahre seinen Zauber bewahrt. Und eben in diesem uralten Schriftstück sind schon die Muster der Heldengeschichten deutlich zu erkennen, wie sie auch heute noch in modernen Mythen, in Kinofilmen oder Romanreihen nahezu unverändert wirken.

Ein roter Faden der Menschheitsgeschichte

Eben diese Muster und Strukturen hat der amerikanische Mythenforscher Joseph Campell entdeckt, als er die Märchen, Legenden und Geschichten dieser Welt miteinander verglichen hat. Egal wie alt oder in welchem Land diese Geschichten spielen, sie erzählen immer von jemandem, der seine gewohnte Welt verlässt, Abenteuer erlebt und letztlich nach einer finalen Initiation wieder zurückkehrt. Mythen beschreiben also Initiationsgeschichten, Rituale der Einweihung und des Wachstums, die die Naturvölker noch bis heute erlebbar und lebendig halten. (evtl Beispiele für Initiationskulturen)

Mythen erzählen mehr

Der Monomythos, wie Campbell die Grunsstruktur nennt, ist die Geschichte hinter allen Geschichten. Niemand hat sie sich je ausgedacht, sondern sie ist sozusagen „mitgebrachtes“ Wissen unserer Seele und wirkt auch auf dieser Ebene. Diese auf dem Monomythos basierenden Geschichten schaffen es, eine besondere empathische Verbindung zwischen dem Helden der Geschichte und dem Zuhörer, Leser oder Zuschauer herzustellen, denn die Handlung wird, ohne dass es uns bewusst ist, zu unserem eigenen Weg, den wir nicht nur von Geburt bis zum Tod, sondern auch dazwischen unzählige Male durchlaufen.

Wir sind Helden

Mit „Held“ ist übrigens nicht gemeint, dass es sich um jemanden handelt, der heldenhafte oder mutige Taten vollbringt: Ein Held ist oft sogar ein völlig unbefangener, ahnungsloser Dummling, der diesen Wandlungs- und Lernprozess von Anfang bis zum Ende vollzieht und durchsteht. Ob er dabei Menschenleben rettet oder einfach nur Glück hat ist irrelevant. Mit Held ist also einfach die Hauptfigur einer Geschichte gemeint und in der Geschichte ihres Lebens sind das einfach Sie – egal wie mutig sie sich vorkommen.

Jedes herausfordernde Abenteuer ist eine Initiation

Die Heldenreise ist eine Metapher für eine innere Verwandlung. Die Abfolge von Trennung, Initiation und Rückkehr ist nach Campbell der »einheitliche Kern des Monomythos«. In diesen drei Phasen durchläuft der Held eine Wandlung, in der die größten Fragen, kollektiven Ängste und Sehnsüchte der Menschheit zum Ausdruck kommen. Etwas in unserem Leben ruft uns auf, uns auf die Reise zu begeben, entweder als Inspiration, oder als Problem. Man begibt sich schließlich auf die Reise nach innen. Dort entdeckt man möglicherweise die Ursachen des Problems: Einen „Drachen“, der einen Schatz hütet. Meistert man die Herausforderungen des Drachen, gewinnt man einen Schatz (Einsichten, Stärken, Ressourcen etc.) mit dem man in die normale Welt zurückkehrt und für Veränderung sorgt.

 

Wenn Du eine Heldenreise am eigenen Leib erleben möchtest, dann versuche mal ein Naturcoaching!

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